Zu DIR oder nach MIR

Zu D.I.R. (Doing it right) oder nach M.I.R. (Mehr ist riesig)
Eine Gretchenfrage.

Vergleichen wir (mit Humor) 2 Tauchausrüstungsansätze, die unterschiedlicher nicht sein können.

1.) Der MIR Taucher, taucht nach dem Grundsatz "Mehr ist riesig". Davon lebt die Tauchindustrie. Gut also? Sehen wir etwas genauer hin. Ein MIR Taucher und zumeist auch sein Tauchlehrer (das ist der von dem man landläufig annimmt das er "Bescheid weiss") taumeln zumeist im Kollektiv, ächzend unter der Last des an ihnen herumbaumelnden, oder hinterhergescheppten Tauchgerödels zum See. Lustig sehen sie aus, in all den Bunten Farben, die einem homosexuellen Papageienfisch Schamesröte auf die Kiemen treiben würde. Währenddessen taumelt der MIR Tauchshopbetreiber wenigstens / hoffentlich unter der Last seines Umsatzes zur Bank.
Doch warum ächtzt der MIR'ler so?! Er hat doch alles. Ja das ist ja sein Problem!!! An je einem eigenen D-Ring hängt ein Retractor, für alles was er brauchen könnte.
Als da wären:
1.) Kompass (kann er nicht mit um könnte er aber brauchen)
2.) UW-Schreibtafel (hat er noch nie gebraucht, soll aber nützlich sein)
3.) UW-Shaker (um den Buddy aufmerksam zu machen - als Backup für die Inflatortröte)
4.) ein Blinklicht (es ist zwar erst 11:00 Uhr aber es könnte dunkel werden)
5.) eine Sicherheitsboje (das Band ist immer noch ein Knäul, aber sicher ist sicher)
6.) eine Einweg Kleinbildkamera (aber dafür reicht die Tarierung eh noch nicht)
7.) ein sog. Taucherei XXL gelb(für Autoschlüssel, Zigaretten und Kleingeld)
8.) eine Konsole mit allem drum und dran ( ist bequemer)
9.) 3 Oktopushalter (von denen er 2 nur braucht wenn er in dem "bösen See" im Norden mit getrennten 1sten Stufen tauchen muss)
10.) Eine Tauchunfall Versicherungs Karte (damit der Arzt ggf. weiss wer ihn bezahlt)
All dies prangt an einem stylischen (Marken !!!) ADV Jacket, welches in etwa den Auftrieb der mitgeführten Bleimasse hat (merke: Blei ist teuer - also gut). Am Inflatorschlauch ist als Backup noch ein kleines Titanmesser (ist zwar stumpf, aber dafür rostet's nicht) befestigt. Das "Hauptmesser" trägt der MIR'ler, in etwa Unterschenkelgröße, außen an der rechten Wade, wo sich entgegen seiner Ausbildung auch noch Platz für den Schnorchel gefunden hat (direkt über dem Fußblei).
An seinem Arm prangt der neueste, etwa Telefonzellen grosse Tauchcomputer, der bei seinen Nullzeittauchgängen nicht nur Tiefe und Dekompressionsstatus, sondern auch Luftverbrauch, Herzfrequenz (und vermutlich Blähungen) mitberechnet.
Auf dem Rücken prangt, in etwa auf Kimmenhöhe, eine kurze 12 Liter Flasche. Nicht zu erreichen, aber auch nicht im Wege. Schließlich sind Streamlining und Trimming Teufelszeug der Tec Taucher, zu denen er und sein Tauchlehrer nicht gehören (wollen/können). An den Ventilen dieser Flasche befindet sich oftmals ein Knicklicht (falls er abhandenkommt) und ein Quitscheentchen / Schlumpf als Glücksbringer (von Schatzi).
So ausgerüstet stürzt sich nun unser Held in die Fluten, nach dem er sein drittes Paar Flossen anhat. Die ersten, Hades "Beeil Dich 4fach" waren, wie dann auch der Nachfolger Splitfin zu straff für seine Muskulatur. Doch seine neuen Hades Prolo sollen das richten.

Schon früh hat er gelernt, potentielle Probleme und mangelnde Qualifikation durch zusätzlich Tauch- Ausrüstung zu kompensieren (die zumeist neue Probleme mit sich bringt).

Wir hoffen, dass dieser Tauchgang gut geht und sein Buddy ggf. unter all dem Zeugs den richtigen Oktopus findet. Wir wissen es nicht, aber wir hoffen...

2.) Nebenan machen sich 2 Tek Taucher aus der DIR Fraktion klar. Sie tragen standartisierte Ausrüstung. Zumeist schwarz. Tec Wings mit gerade mal 5 D-Ringen, wo alles seinen festen Platz hat. Sie tragen Doppelgeräte und getrennte Automaten, einen Finimeter und an den Armen 2 einfache Tauchcompter/Bottentimer, einen Kompass und eine kleine aufklappbare Schreibtafel. Ein Kleines Messer befindet sich auf dem Bauchgurt. In ihren Taschen befindet sich ein Spool (für die Boje) und eine Reservemaske. In einer Rückentasche unter dem Backlate tragen sie (für uns unsichtbar) die Boje. Ihre Flossen sind aus Gummi, die Flossenbänder aus Edelstahlfedern. Alles robust, durchdacht, universell.
Beide kennen die (identische) Ausrüstung des anderen blind. Sie sind körperlich fit und qualifiziert.

Auch Sie gehen ins Wasser. Haben sie bessere Überlebens Chancen? Wir hoffen nicht nur, wir wissen...

(Währenddessen labt sich der Tec - Shop Betreiber am Hungertuch - denn da geht einfach zu wenig kaputt)

Vermutlich empfinden Sie die oben getroffenen Aussagen als lustig, vermutlich als übertrieben. Das sind sie ohne Frage. Aber sie sind aus dem Leben. Begeben Sie sich eines Samstags Nachmittags an einen grossen beliebten Tauchersee in Deutschlands Norden und Sie werden das Extrem, der hier geschilderten Typen antreffen. Aber auch alle Facetten dazwischen. Oftmals treffen Sie Menschen auf dem Weg von dem einen Extrem zum Anderen. Das sind diejenigen die Ihnen haufenweise (wenig benutzte) Toys Second Hand anbieten.

Disclaimer: Alle Namen oder Bezeichnungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Tieren, Tauchern, Tauchmarken, Vereinigungen, Parteien oder Verbänden sind rein zufällig, nicht böswillig und vor allem gar nicht beabsichtigt.

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